Die meisten Hundebesitzer und Menschen, die keinen Hund haben, kennen die Warnungen, die Jahr für Jahr im Sommer durch die Medien gehen:
„Lassen Sie Ihren Hund nicht im Auto. Auch nicht für wenige Minuten.“ Manchmal sieht man im Fernsehen auch, wie erschöpft oder bereits
dehydriert manche Hunde sind, wenn sie aus Autos mit geschlossenen Fenstern gerettet werden. Ja, diese Warnung ist sehr wichtig und es ist gut,
die Hundebesitzer immer wieder daran zu erinnern, denn sie rettet das Leben unserer geliebten Vierbeiner. Autos heizen sich bei der Hitze sehr
schnell auf und erreichen sehr hohe Temperaturen. Das kann ganz schnell gefährlich für das Leben des Hundes werden und wird von manchen
Hundehaltern schnell unterschätzt.
Aber vielleicht lohnt sich auch ein Blick, in eine ganz andere Richtung wie an etwas, das vielen Hundehaltern im Alltag gar nicht so bewusst ist.
Nämlich dem eigenen Zuhause. Darüber wird vergleichsweise wenig gesprochen. Wie geht es unserem Hund eigentlich zu Hause bei hohen bis
extrem hohen Temperaturen? Denn unser Hund verbringt die meisten Stunden des Tages in den eigenen vier Wänden.
Warum sprechen wir so oft über heiße Autos und so wenig über warme Wohnungen und Häuser? Nicht in jeder Wohnung oder jedem Haus herrschen
kühle Temperaturen. An vielen extrem heißen Tagen hintereinander, wenn nachts kaum noch Abkühlung eintritt und wir tropische Nächte erleben,
bleibt die Wärme in Wohnungen und Häusern stehen. Dann können auch die eigenen vier Wände zunehmend zur Belastung für Mensch und Tier werden.
In manchen Wohnungen und Häusern laufen die Ventilatoren, sofern man noch einen ergattern konnte, auf Hochtouren und stundenlang – vielleicht
sogar nachts. Manche Menschen sind glückliche Besitzer von Klimaanlagen – egal ob mobil oder fest verbaut.
Aber es gibt eben auch Wohnungen und Häuser, insbesondere vielleicht auch Dachgeschosswohnungen, die nicht isoliert sind und deren Fenster keine
Rollläden haben.
Wie halten die Hunde es da aus?
Viele Hunde liegen völlig still da und machen auf uns den Eindruck als wären sie völlig entspannt. Aber ist das wirklich so? Oder machen sie das nicht
eher aus dem Grund, dass sie Energie sparen wollen bzw. müssen? Manche Hunde liegen irgendwo auf einem Platz, den sie für sich entdeckt haben und
ruhen sich aus, weil sie erschöpft sind. Manche hecheln auch dabei um die Temperatur auszugleichen.
Manchmal können schon kleine Dinge helfen, die einem Hund guttun können, wenn es sehr heiß ist.
Hilfreich kann es schon sein, wenn man die Rollläden vor seinen Fenstern runterlässt um die Sonne auszusperren. Schlecht isolierte Räume und Rollläden,
die nicht geschlossen werden, können zu einer enormen gesundheitlichen Belastung für unsere Hunde werden. Auch für uns Menschen ist die extreme
Hitze eine gesundheitliche Belastung.
Eine Klimaanlage kann die Raumtemperatur senken. Ein Ventilator hingegen kühlt den Hund nicht direkt, wie wir Menschen es vielleicht empfinden würden.
Aber er sorgt für Luftbewegung und kann den Wärmestau im Raum etwas verringern.
Der eine Hund mag sich auf die kühlenden Fliesen legen, ein anderer liebt es, sich auf eine Kühlmatte zu legen. Manche Hunde mögen es, einen kleinen
Eiswürfel abzuschlecken. Allerdings mag nicht jeder Hund Eiswürfel. Es könnte auch hilfreich sein, dem Hund die Pfoten und möglicherweise auch den
Bauch leicht mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser, zu befeuchten, da er nur wenige Schweißdrüsen besitzt, hauptsächlich an den Pfoten. Das könnte die
Wärmeabgabe etwas unterstützen.
Deshalb ist das Hecheln ihre wichtigste Möglichkeit, die überschüssige Wärme des Körpers abzugeben. Manche Hunde lieben es im Hundepool zu baden,
wieder andere möchten sich gerne in den Schatten legen.
An besonders heißen Tagen kann es außerdem sinnvoll sein, dem Hund viel Ruhe zu gönnen und Beschäftigungen wie Suchspiele im Haus, körperlich
anstrengenden Dingen wie beispielsweise Rennen in der Mittagshitze vorzuziehen.
Dass dem Hund jederzeit frisches, sauberes Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung stehen sollte, ist eine Selbstverständlichkeit, denn er kann sich ja
nicht selbst damit versorgen.
Hilfreich ist es, wenn der Halter oder die Halterin seinen bzw. ihren Hund genau beobachtet und seine Bedürfnisse kennt, da sich unsere Hunde nicht selbst
helfen können. Sie können weder Fenster öffnen oder schließen um Luft zu schnappen bzw. Hitze auszusperren noch können sie eine mögliche Klimaanlage
einschalten, um es im Raum etwas erträglicher zu machen.
Vielleicht könnte man sich folgende Fragen stellen, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben:
Kann und darf sich mein Hund selbst den für ihn kühlsten Platz im Haus oder in der Wohnung suchen, dort hinlegen und sich ausruhen?
Steht meinem Hund zu jeder Zeit frisches Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung?
Muss der Hund – egal bei welcher Temperatur – überall mit hingenommen werden?
Können die Spaziergänge in die frühen Morgen- oder die späten Abendstunden verlegt werden? Denn auch der Asphalt wird sehr heiß und es kann zu
schmerzhaften Verbrennungen bei den Pfoten kommen. Als Orientierung dafür kann man den Handrücken-Test verwenden: Lässt sich der Handrücken für
einige Sekunden nicht angenehm auf dem Asphalt legen, ist der Boden auch für die Hundepfoten zu heiß.
Vielleicht sollten wir nicht nur darüber sprechen, wo Hunde bei heißen Temperaturen niemals bleiben dürfen, sondern auch darüber, dass es auch Orte gibt,
die an heißen Tagen ebenfalls zur Belastung werden können.
Vielleicht lohnt es sich auch für jeden Hundebesitzer, darüber nachzudenken, was er an heißen Tagen Gutes für seinen Hund tun kann. Häufig sind es die
kleinen Dinge, die den Unterschied machen.
Wir checken jeden Tag im Sommer – teilweise mit bangem Blick – wie heiß es draußen voraussichtlich werden wird. Aber wie sieht es in der eigenen
Wohnung aus? Vielleicht lohnt sich ebenso ein Blick auf das Thermometer in dem Zimmer, in dem der Hund sich über viele Stunden aufhält, wie beispielsweise
im Wohnzimmer oder möglicherweise auch in einer Dachgeschosswohnung.
Natürlich hat nicht jeder Haushalt eine Klimaanlage oder kann sie sich leisten. Auch einen Hundepool oder eine Kühlmatte hat nicht jeder. Auch mag nicht jeder
Hund sich gleich gerne im Wasser abkühlen. Deshalb ist es möglicherweise das Wichtigste überhaupt, seinen eigenen Hund genau zu beobachten. Jeder Hund
geht mit der Hitze anders um, genau wie wir Menschen. Unsere Hunde zeigen uns auf ihre Weise, was ihnen guttut. Und vielleicht sollten wir uns immer wieder
eine einfache kleine Frage stellen:
Wie fühlt sich mein Hund gerade?