Warum Hundekot mehr ist als nur ein Aufreger.



Hundekot ist nicht nur eine „eklige“ Angelegenheit. Dabei geht es nicht nur um „Sauberkeit“. Vielmehr geht es auch darum, Verantwortung
für sein Tier und die Umwelt zu übernehmen – aber auch um Rücksichtnahme und Gesundheitsvorsorge.

Ich möchte einen Denkanstoß geben, Hundehaufen aufzuheben und im Mülleimer zu entsorgen. Selbstverständlich heben viele Hundehalter
die Haufen ihrer Hunde auf und entsorgen sie ordentlich im Mülleimer. Deshalb ist es für diejenigen, die sich vorbildlich und verantwortungsvoll
verhalten, auch ärgerlich, wenn alle Halter über einen Kamm geschoren werden. Häufig genug aber sieht man einen Haufen nach dem anderen
am Wegesrand oder auch an anderen Orten liegen. Manchmal sind diese sogar in einem Kotbeutel und erwecken den Anschein, dass sie achtlos
in die Umwelt geworfen wurden. Es könnte der Gedanke entstehen: „Dann hätte man den Haufen möglicherweise auch gleich liegen lassen
können, ohne zusätzlich die Umwelt mit einer Tüte zu belasten.“ 

Es gibt Passanten, die dann erstmal pauschal über alle Hundehalter schimpfen, obwohl es sehr wohl auch Halter gibt, die die Hinterlassenschaften
ihrer Hunde wegräumen. Es ist mir auch schon so ergangen, dass ich beschimpft wurde, ich solle meinen Hundehaufen wegmachen, obwohl das
gar kein Haufen meines Hundes war, denn ich räume die Haufen meiner Hunde immer weg. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit und gehört
für mich einfach dazu. 

Auch wurden schon in Zeitungsanzeigen Hundehalter dazu aufgerufen, doch bitte die Haufen ihrer Hunde zu entfernen. Dies klang für mich auch
einfach zu pauschal und hat mich zugegebenermaßen geärgert, da aus meiner Sicht der Eindruck entstehen konnte, dass wirklich alle Hundehalter
die Haufen ihrer Hunde liegen lassen. Denn das trifft ja nicht auf alle Hundehalter zu.

Ich versuche, es immer auch aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Speziell ist es mir aufgefallen bei einer der letzten Jahreszeiten. Es verging
nahezu nicht ein einziger Tag, an dem ich nicht in irgendeinen Hundehaufen getreten wäre, ohne dass ich vorher gesehen hätte, dass dort etwas lag.
Das war unnötig und sehr ärgerlich – musste ich doch später aus jeder einzelnen Ritze der Schuhe den Kot anderer Hunde wegputzen – ganz vom
Stinken abgesehen. So etwas muss meiner Meinung nach nicht sein.

Hundehalter sind in Deutschland überwiegend dazu verpflichtet, Hundekot zu entfernen. Vielleicht ist das vielen Hundehaltern nicht bewusst. Aber
es gibt kommunale Satzungen oder Verordnungen dazu. Meistens legen Städte und Gemeinden diese Regelungen fest. Wenn jemand Hundekot liegen
lässt, dann ist das oft nicht nur eine Bagatelle, sondern eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Die Höhe der
Bußgelder ist je nach Kommune und Bundesland unterschiedlich und kann teilweise stark variieren – manchmal sogar bis zu mehreren hundert Euro.
Mittlerweile gibt es auch Kommunen, die das Mitführen von Kotbeuteln beim Gassi gehen verlangen.

Ein weiterer Aspekt sind die Gesundheitsrisiken die durch Hundekot entstehen. Sie werden häufig unterschätzt. Hundekot kann Krankheitserreger
enthalten, wie zum Beispiel: Würmer und Wurmeier, Parasiten, Giardien, Bakterien und Viren. Darmparasiten, die hier heimisch sind, können zum
Beispiel auf den Menschen übertragen werden. 

Es gibt Hunde, die am Kot fremder Hunde schnüffeln. Die Eier eines Bandwurms zum Beispiel, die mit dem Kot eines vom Hundebandwurm
betroffenen Hundes, ausgeschieden wurden, werden dann von anderen Hunden aufgenommen. Besonders Welpen, ältere oder geschwächte Hunde
können sich leichter infizieren. Man selbst als Hundehalter möchte ja auch nicht, dass sein Hund sich am Kot fremder Hunde infiziert.

Aber nicht nur andere Hunde können sich infizieren, sondern auch Menschen. Besonders könnten Kinder betroffen sein, die mit den möglichen
Krankheitserregern im Hundekot in Kontakt kommen. Das kann passieren, wenn Hundehalter den Kot nicht aufsammeln und auf Wiesen und Gehwegen
liegen lassen. Häufig hat man auch schon davon gehört, dass Hundekot auf Spielplätzen liegen gelassen wurde, wo er ja nun einmal nicht hingehört.

Was noch gut daran ist, den Haufen aufzuheben: Wenn der Halter den Kot seines Hundes aufhebt, kann er auch Hinweise auf die Gesundheit seines
Tieres bekommen. Dabei sieht man automatisch ob es Veränderungen im Stuhlgang gibt wie zum Beispiel: Farbe, Schleim, Konsistenz, Blutspuren,
Würmer, Parasiten oder auch Veränderung des Hundekots durch Krankheiten oder Futterunverträglichkeiten. Dies kann man natürlich nicht sehen, wenn
man seinen Hund frei laufen lässt und den Kot weit weg vom Halter irgendwo absetzen lässt und ihn dann liegen lässt. Dadurch können mögliche
Veränderungen am Gesundheitszustand des Hundes leichter übersehen werden.

Wenn man also den Hundehaufen aufhebt um ihn später im Mülleimer zu entsorgen, kann man dadurch oft Veränderungen möglicherweise früher
erkennen. Manche Tierärzte oder auch Tierheilpraktiker fragen bei Erkrankungen sogar gezielt danach, wie der Hundekot aussieht.

Ein weiterer Aspekt bei der Entfernung von Hundekot ist zum Beispiel die Rücksichtnahme auf andere Menschen, denn der Hundekot betrifft nicht
nur Herrchen oder Frauchen.

Es gibt viele weitere Menschen die dadurch beeinträchtigt werden. Dazu zählen unter anderem: Spaziergänger, Rollstuhlfahrer, Jogger, Familien mit
Kindern und auch ältere Mitmenschen, die nicht mehr so gut sehen können. Ärgerlich ist es auch für „Anwohner“ vor deren Grundstück ein Hundehaufen
abgesetzt wird und der Halter oder die Halterin dies nicht entfernt. Abgesehen vom Gestank und davon dass andere Hunde sich dazu animiert fühlen
könnten, dort auch ihr Geschäft zu erledigen, müssen Menschen, die dort wohnen den Dreck von anderen weg machen. Manch einer, der den Kot von
fremden Hunden vor seinem Grundstück entfernen muss – egal ob er selbst einen Hund hat oder nicht – wird sich sicherlich darüber ärgern. 

Besonders unangenehm ist es für städtische Bedienstete und Grünflächen-Mitarbeiter. Bei Mäharbeiten von Grünflächen oder Parks wird Hundekot
verteilt. Die Mitarbeiter sehen im hohen Gras ja vermutlich auch gar nicht die Haufen liegen und haben auch gar nicht die Zeit, hinter Hundehaltern
her zu räumen. Es ist einfach eine unhygienische Angelegenheit.

Von einem Bekannten wurde mir mal erzählt, dass einem Mitarbeiter eines Grünflächenamtes die „Kacke“ buchstäblich ins Gesicht geflogen ist, als er
Mäharbeiten vornahm. Dieser Mitarbeiter empfand es als extrem unangenehm und eklig. Das ist nun schon viele Jahre her und vielleicht tragen die
Mitarbeiter bei solchen Arbeiten inzwischen etwas, dass sie davor schützt, mit aufgewirbeltem Hundekot in Kontakt zu kommen. Aber dennoch bleibt
es unangenehm für sie. 

Es gibt daneben aber auch noch einen weiteren und zwar gesellschaftlichen Aspekt und das ist ein Problem für alle verantwortungsvollen Hundehalter.
Menschen, die den Kot ihrer Hunde nicht wegräumen und einfach liegen lassen, sorgen dafür, dass oft alle Hundehalter negativ wahrgenommen werden
und pauschal alle Hundehalter über einen Kamm geschoren werden.

Durch diese negativen Wahrnehmungen kann es sein, dass mehr Hundeverbote, strengere Regeln, mehr Kontrollen und mehr Beschwerden entstehen.
Mal ganz davon abgesehen das Hundehalter im Allgemeinen ein schlechteres Image bekommen können. Gerade die verantwortungsvollen Halter
leiden sehr oft darunter.

Warum lassen manche Menschen den Kot trotzdem liegen? Das könnte verschiedene Ursachen haben. Manch einer ist vielleicht durch sein Handy oder
etwas anderes abgelenkt oder ist zu bequem dazu und hat keine Lust, sich zu bücken – vielleicht ekelt er sich sogar selbst vor dem Haufen seines Hundes.
Möglich wäre auch, dass er keine Tüte dabei hat, oder denkt, dass es ja keiner gesehen hat. Denkbar wäre auch ein fehlendes Verantwortungsbewusstsein
oder fälschlicherweise zu denken, dass es ja schon verrotten wird. 

Doch Verantwortung beginnt mit dem Kauf oder der Adoption eines Hundes und diese Verantwortung trägt man tagtäglich bis zum Abschied des Tieres.

Wir haben oft sentimentale Vorstellungen von einem Leben mit einem Hund und blenden negative Dinge, die kommen könnten, aus. Doch einen Hund
zu besitzen bedeutet nicht nur, dass man gemeinsam Spaß hat, schöne Spaziergänge mit dem Hund macht und einen Weggefährten hat. Es bedeutet auch
nicht, nur Freude an ihm zu haben, für ihn zu sorgen, ihn zu lieben und auch die Zuneigung zurück zu bekommen. Ein Leben mit Hund bedeutet eben auch,
Verantwortung zu übernehmen. Und diese Verantwortung gilt nun mal auch für die kleinen Dinge im Alltag und damit auch für Hundekot. Menschen,
die die Hinterlassenschaften ihres Hundes entfernen und entsorgen, schützen andere Menschen, Tiere und die Umwelt. Sie tragen zu einem
respektvollen Umgang miteinander bei.