Ein Hund kann ein Leben lang auf ganz unterschiedliche Weise lernen – jeden Tag aufs Neue vom ersten Moment an.
Er passt sich immer wieder neuen Situationen an. Umweltreize werden ständig von ihm wahrgenommen und verarbeitet,
Erfahrungen gesammelt. Dadurch kann sich der Hund immer stetig weiterentwickeln.
Dinge, die ein Hund nicht regelmäßig wiederholt bzw. übt, können auch wieder vergessen werden. Das ist beim Hund
ganz ähnlich wie beim Menschen.
Viele Grundlagen wie „Platz“, „Bleib“, „Sitz“ oder „Steh“ können am besten in ruhigen, ablenkungsarmen Umgebungen
trainiert werden – zum Beispiel im eigenen Garten oder in der Wohnung. Dort fällt es dem Hund leichter, sich zu
konzentrieren. Dieses gezielte Trainieren wird als formales Lernen bezeichnet und ist ein wichtiger Teil in der Erziehung.
Vielleicht hat der ein oder andere schon erlebt, dass das was zu Hause gut funktioniert, draußen noch lange nicht klappt und
wie vergessen scheint. Wenn auf einem Spaziergang plötzlich ein Reh auftaucht oder viele verschiedene Gerüche ins Spiel
kommen – also eine hohe Ablenkung entsteht – fällt es unserem Vierbeiner erheblich schwerer, sich zu konzentrieren.
Umso wichtiger ist es, dass das Gelernte Schritt für Schritt in den Alltag übertragen wird. Die Ablenkung sollte dabei
langsam gesteigert werden: von der Wohnung in den Garten, vom Garten nach draußen in die „große Welt“, und schließlich
in Situationen mit anderen Tieren und Menschen – immer ein kleines Stückchen weiter.
Dabei ist es sinnvoll, dem Hund die Zeit zu geben, die er benötigt und in kleinen Schritten zu arbeiten. Es ist außerdem
hilfreich, das Ganze auch aus der Perspektive des Hundes zu betrachten und sich in ihn hineinzuversetzen. Das kann helfen,
ihn besser zu verstehen und das Training fair und für den Hund verständlich zu gestalten.
Besonders wichtig dabei ist Geduld, denn jeder Hund lernt in seinem eigenen Tempo und kann so Sicherheit gewinnen.
Das soziale Lernen ist ein besonders wichtiger und weiterer Bestandteil. Es geht unter anderem darum, dass der Hund lernt,
sich an seinem Menschen zu orientieren und ihm zu vertrauen. Außerdem soll er sich im Alltag sicher bewegen können.
Für ein schönes und harmonisches Miteinander im Alltag ist das die Grundlage.
Was wir uns für unsere Welpen wünschen
Wir wünschen uns für unsere Welpen Menschen, die ihnen die Zeit geben, in ihrem eigenen Tempo zu lernen und Erfahrungen
zu sammeln, ohne sie zu überfordern.
Ihr Mensch sollte dabei liebevoll, fair und geduldig sein und sich in seinen Welpen hineinversetzen können – für den die Welt
riesengroß und alles neu ist.