An die Welpenphase schließt sich die Jugendphase an. Die Selbständigkeit des Hundes nimmt immer weiter zu. In der Umwelt gibt es viel zu entdecken
und der Hund, der bisher immer „brav“ bei seinem Frauchen oder Herrchen war, interessiert sich immer mehr für andere Dinge, die seine Aufmerksamkeit
wecken und die er gerne erkunden möchte. So könnte es auch sein, dass sein Jagdtrieb – sofern vorhanden – geweckt wird, wenn ein Rad- oder E-Scooter-
Fahrer oder auch ein Jogger an einem vorbeifährt bzw. vorbeiläuft. Vielleicht hat der Junghund aber auch eine Veranlagung dazu, herumzustreunen.

In dieser Phase kann es passieren, dass bereits Gelerntes plötzlich nicht mehr so zuverlässig funktioniert wie vorher. Der Halter bzw. die Halterin können
sich also mit Problemen konfrontiert sehen, die zuvor nicht da waren. 

Auch fällt der Zahnwechsel in diese Phase und der Hund verspürt einen großen Drang Dinge zu zerkauen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dabei auch einmal
Dinge „zum Opfer fallen“, wenn sie nicht rechtzeitig außer Reichweite gebracht werden – manchmal vielleicht sogar die teuren Lederschuhe. Meine Hunde
haben – nicht nur in dieser Phase – immer etwas bekommen, auf dem sie kauen konnten. Dadurch blieben meine Möbel und Schuhe recht unbeachtet.

Im Anschluss an die Jugendphase beginnt dann die Pubertät. Der Junghund wird geschlechtsreif und interessiert sich von nun an plötzlich für das andere Geschlecht. 

In dieser Zeit verändert sich spürbar das Verhalten vieler Hunde. Es könnte sein, dass der Hund z. B. gereizter, schreckhafter, anhänglicher oder ängstlicher wird. 

Möglicherweise hat er auch keinen Appetit und möchte nichts fressen oder entwickelt sich plötzlich zum kleinen „Vielfraß“. Die Stimmung des Tieres kann
sich tagtäglich ändern. Ein bisschen erinnert diese Phase manchmal auch an menschliche Teenager. Eine mögliche Ursache dafür könnte die hormonelle Umstellung
sein. Wenn die erste Hälfte der Pubertätsphase vorbei ist, könnte der Hund selbstsicherer werden. Die Geschlechtsreife hat er dann erlangt. 

Weitere Verhaltensweisen, die ich bei verschiedenen Hunden beobachten konnte, waren beim Rüden das häufige Aufreiten an „Menschenbeinen“ oder auch anderen
aus seiner Sicht geeigneten „Gegenständen“ sowie beim Absetzen von Urin das Heben des Beinchens. Bei Hündinnen stellte ich häufiges Belecken ihrer Genitalregion
und häufiges Absetzen von Urin fest. Diese Phase kann sich ganz unterschiedlich zeigen – je nach Hund.

Auf meine Hündinnen habe ich während ihrer Läufigkeit immer besonders gut aufgepasst und sie nur an der Leine ausgeführt um einen ungewollten Deckakt durch
fremde Rüden zu vermeiden. 

Im Laufe der Zeit habe ich immer wieder erlebt, dass gerade Hundebegegnungen schnell zu schwierigen Situationen führen können. Wenn Hunde unkontrolliert auf
andere Hunde zulaufen, entsteht nicht selten Stress – besonders für den Hund, der eigentlich Abstand braucht oder bereits negative Erfahrungen gemacht hat.

Das liegt oft nicht unbedingt an einer bewussten Entscheidung des Halters, sondern eher am Moment selbst: Ablenkung, unterschiedliche Einschätzungen der Situation
oder einfach der Gedanke, dass „schon alles gut gehen wird“.

Mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass genau solche Situationen langfristig Auswirkungen haben können – auf das Verhalten des Hundes, aber auch auf das Sicherheits-
gefühl seines Menschen.

Ich finde es respektvoll, wenn Besitzer ihre Hunde – egal welcher Rasse und welchen Alters – bei sich behalten. Das gilt besonders auch für Rüden, damit es erst gar
nicht zu einem möglichen Deckakt kommen kann.

Ich habe häufiger erlebt, dass Hunde in Situationen geraten, die für andere Hunde und ihre Halter schwierig werden können – einfach, weil man im Alltag hin und wieder
kurz abgelenkt ist. Das konnte ich in all den Jahren immer wieder beobachten.

Gerade deshalb empfinde ich es als wichtig, dass Halter und Hund immer miteinander verbunden bleiben (Leine, Gedanken,…) und man darauf achtet, dass der eigene
Hund nicht ungefragt zu einem anderen Hund läuft. Oft gibt es einen Grund, warum ein anderer Hund angeleint ist. Es könnte z. B. eine läufige Hündin sein, der Hund
könnte eine ansteckende Krankheit haben oder vielleicht auch aggressiv sein. 

Am entspanntesten ist es meist, wenn beide Hundehalter dieselbe Situation möchten und sich kurz darüber einigen können.Wenn nur einer der beiden dies nicht wünscht –
aus welchem Grund auch immer – sollte das (aus meiner Sicht) vom Gegenüber auch so respektiert werden.