Büro? Kirmes?  – Warum das nicht immer gut für den geliebten Vierbeiner ist



Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen ihre Hunde gerne Tag und Nacht bei sich hätten. Die Hunde dürfen ihren Menschen fast überall
hin begleiten – egal ob im Haus oder unterwegs. 

Manche Menschen schleppen das Tier überall mit hin zum Beispiel mit zur nächsten Kirmes, im Glauben dass es ihm gut dabei geht, ist er doch
mit seinem Lieblingsmensch zusammen. Doch hier gibt es Dinge, die laut auf ihn wirken können oder ihn vielleicht sogar ängstigen. Der eine
Hund scheint entspannt durch die Menschenmenge zu laufen während andere Tiere verängstigt ihre Menschen an der Leine raus aus dem Gewühle
ziehen. Das ist weder für den Hund noch für seinen Menschen angenehm.

Es ist also auch nicht weiter verwunderlich, dass auch der Wunsch danach besteht, den Hund mit ins Büro nehmen zu wollen. Ist es doch schön,
den ganzen Tag miteinander zu verbringen und praktisch ist es auch, da man möglicherweise bereits den Hundespaziergang auf dem Hin- und
Rückweg mit einbauen kann. In der Mittagspause könnte man vielleicht eine Runde mit dem Hund um den Block laufen und damit seinem Hund
und sich selbst noch etwas mehr Bewegung und gemeinsame Zeit verschaffen. Nach außen hin wirkt das ruhig und unkompliziert. Aber dieser
Eindruck kann – wie es bei vielen Dingen der Fall sein kann – täuschen.

Aber dieses Glück, seinen Weggefährten mit zur Arbeit nehmen zu können oder vielleicht auch zu dürfen, hat nicht jeder Mensch. Für Leute, die im
Büro arbeiten, wird das vermutlich eher gehen als für Menschen, die zum Beispiel als Monteur unterwegs sind oder in Fabriken arbeiten. In vielen
Arbeitsumfeldern wäre es aus meiner Sicht auch garnicht praktikabel oder schlichtweg einfach zu gefährlich.

Auch ich habe früher darüber nachgedacht, meinen Hund mit ins Büro nehmen zu können. Einen Freund, der mich fast überall hin begleiten kann.
Und mein Hund wünschte sich nichts sehnlicher, als dabei zu sein. Im Vorfeld machte ich mir Gedanken dazu, wie dies umgesetzt werden könnte und
wie ich meine Vorgesetzten davon überzeugen könnte. Doch es stellte sich im ersten Moment einfacher heraus, als es wirklich der Fall war. Unter
anderem waren verschiedene Dinge zu beachten, wie zum Beispiel ob jemand eine Hundehaarallergie hat oder im allgemeinen Angst vor Hunden hat.
Oder auch wie es wäre, wenn mal Kunden an den Büros vorbeilaufen würden. 

Es kam die Corona-Zeit und viele Menschen fühlten sich zunehmend eingeschränkt. Damit begann auch die Zeit, in der das Homeoffice bzw. das
mobile Arbeiten vermehrt Einzug in die Privatwohnungen hielt – ein ungewohntes Gefühl, und doch sehr schön, konnte doch jetzt mein Hund dabei sein,
während ich arbeitete. Es schien so, als wisse er, dass er mich nicht ablenken soll und schlief friedlich neben meinem Stuhl. 

Rückwirkend betrachtet stelle ich mir heute die Frage, ob es tatsächlich geklappt hätte, den Hund mit ins Büro nehmen zu können.

Eins der Dinge, die ich mal gehört habe, ist, dass es für Mensch und Hund gut ist, sich dadurch auch das Betriebsklima verbessern kann und für eine
körperliche und psychische Gesundheit sowohl beim Menschen als auch bei seinem Tier sorgen kann. Natürlich sind dabei viele Dinge zu beachten.

Und eigentlich hat mir die Idee auch immer gefallen. Aber die Frage ist, wie es dem jeweiligen Hund dabei geht. Es gibt Menschen, die erwarten vom
Hund, dass er ruhig ist und viel schläft. Da soll es dann kein Gebelle geben. Doch ist dies vom Hund überhaupt leistbar? Kann er sich ruhig in sein
Körbchen legen und schlafen ohne selbst Stress zu haben?

Was auch eine Überlegung wert ist: Es ist nicht selbstverständlich, dass Ruhe im Umfeld des Hundes ist. Es wird möglicherweise telefoniert – manchmal
auch etwas lauter, weil man sein eigenes Gespräch möglicherweise nicht versteht, wenn man in einem Mehrpersonen-Büro sitzt. Oder vielleicht springt
auch häufiger mal der Drucker an. Kolleginnen und Kollegen kommen ins Büro und unterhalten sich oder laufen am Büro vorbei, was auch für Unruhe
sorgen kann. 

Es kann sein, dass der Hund dann entspannt in seinem Körbchen schläft. Umgekehrt kann es aber auch purer Stress für das Tier sein. Das kommt auf das
jeweilige Tier an und wie es mit der jeweiligen Situation umgehen kann. Auch könnte es sein, dass der Hund stark auf seinen Menschen fixiert ist und wenn
dieser dann beispielsweise weg geht zur Toilette oder in eine Besprechung, könnte sich der Hund alleine gelassen fühlen, unruhig werden und seinen
Menschen suchen.

Die einen schlafen tatsächlich ruhig und entspannt während andere unruhig und schnell reizoffen sind. Das kommt – meiner Meinung nach – auch auf den
jeweiligen Charakter und die Beziehung zwischen Hund und Mensch an.

Es kann sowohl dem Halter als auch dem Hund Sicherheit geben, wenn der Hund mitgenommen werden kann. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass nicht
jeder Hund in dieser Umgebung  automatisch zur Ruhe kommt oder entspannt bleibt. Auch könnte es sein, dass der Hund Schwierigkeiten hat, ab und zu
alleine zu Hause zu bleiben.

Die Erwartung an einen Hund, den man ins Büro mitnehmen kann, trifft nicht immer die Realität. Viele haben die Vorstellung davon, dass der Hund ruhig
neben ihnen liegt. Vielleicht trifft das auch auf genau ihren Hund zu. Aber die Realität könnte beispielsweise auch so aussehen, dass der Hund unruhig und
wachsam ist oder wird.

Beim Beobachten seines Hundes könnte sich möglicherweise relativ schnell eine gewisse Tendenz feststellen lassen, denn jeder Hund bringt andere
Voraussetzungen mit.